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AGH-Wahl 2026: Die Parteien zu GASAG, Gasnetz und Mitbestimmung

Vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat der Konzernbetriebsrat der GASAG-Gruppe die Parteien erneut zu zentralen Fragen der Energieversorgung und zu den Interessen der Beschäftigten befragt. Im Mittelpunkt stehen 2026 die Versorgungssicherheit und der Schutz kritischer Infrastruktur, die Zukunft des Berliner Gasnetzes, Wasserstoff, Ausbildung und Mitbestimmung.

Antworten liegen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, AfD und Die Linke vor. Über Parteigrenzen hinweg zeigt sich ein gemeinsamer Nenner: Alle fünf Parteien sehen die GASAG-Gruppe mit ihrem Know-how, ihren Fachkräften und ihrer Infrastruktur auch künftig als wichtigen Akteur der Berliner Energieversorgung.

Deutliche Unterschiede gibt es bei den Eigentumsverhältnissen und der Zukunft des Gasnetzes. SPD und Linke streben langfristig die Überführung der gesamten GASAG in Landeseigentum an. Die CDU will das Gasnetz erhalten und dort wasserstofffähig machen, wo dies technisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig ist. Grüne und Linke konzentrieren den Einsatz von Wasserstoff vor allem auf Industrie, Gewerbe und Spitzenlasten. Nicht mehr benötigte Erdgasnetzabschnitte sollen geordnet und sozialverträglich stillgelegt werden. Die AfD betrachtet das Gasnetz dagegen ausdrücklich nicht als Auslaufmodell und will neben Wasserstoff auch Biomethan und synthetische Gase als Optionen erhalten.

Auch bei der Ausbildung unterscheiden sich die vorgeschlagenen Instrumente: SPD, Grüne und Linke setzen auf eine Ausbildungsumlage zur Entlastung ausbildender Betriebe. Die CDU setzt auf Förderprogramme, Kooperationen und weniger Bürokratie. Die AfD lehnt eine zusätzliche Umlage ausdrücklich ab. Bei der Mitbestimmung betonen alle fünf Parteien die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen.

Unsere Kurzübersicht stellt die Positionen zu den zentralen Themenfeldern gegenüber. Wie schon 2021 veröffentlichen wir die Antworten, damit sich die Beschäftigten der GASAG-Gruppe und alle Interessierten selbst ein Bild machen können. Und natürlich gilt auch nach der Wahl: Wir bleiben weiter dran – Tatze drauf …!

Die ausführlichen Stellungnahmen finden Sie hier: [CDU] · [SPD] · [BÜNDNIS90/Die Grünen] · [AfD] · [DIE LINKE]

Thema SPD CDU Bündnis 90/Die Grünen AfD Die Linke
Rolle der GASAG
Strategischer Partner der Stadt; langfristig Rückkauf der GASAG als Ganzes. Kompetenz, Fachkräfte und Infrastruktur sollen für die klimaneutrale Transformation genutzt werden.

Zentraler und verlässlicher Partner. Know-how, Fachkräfte und Netzkompetenz sollen in Transformation, Versorgungssicherheit und KRITIS-Schutz eingebunden werden.

Wichtige Partnerin mit operativem Know-how und Fachkräften. Langfristige Rolle beim Umbau zum klimaneutralen Energiesystem, nicht durch die Konservierung fossiler Infrastruktur.

Strategische Infrastrukturpartnerin. Netze sollen für Erdgas, Wasserstoff, Biomethan und synthetische Gase erhalten und weiterentwickelt werden.

Zentraler Energiedienstleister; langfristig soll die gesamte GASAG in Landeseigentum überführt werden. Nahwärmenetze und Teile des Gasnetzes als Wasserstoffinfrastruktur bleiben wichtig.
Versorgungssicherheit / KRITIS
Klimaneutral, bezahlbar und krisenfest: Speicher, Redundanzen, Notfall- und Wiederanlaufpläne, Krisenübungen sowie Schutz vor physischen und digitalen Angriffen.

Technologieoffener Energiemix; Erhalt und Modernisierung bestehender Netze. Höhere IT-Sicherheitsstandards, Redundanzen und regelmäßige Krisenübungen.

KRITIS-Dachgesetz umsetzen; Gesamtkonzept für Absicherung und Notinstandsetzung. Resilienz vor allem durch dezentrale erneuerbare Strukturen, Speicher und Vernetzung.

Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Resilienz im Zweifel vorrangig. Verbindliches Sicherheitskonzept mit Redundanzen, IT- und Objektschutz, Reserven und Blackout-Übungen.

Dezentrale Erzeugung, Georedundanz und räumlich getrennte Einspeisepunkte. Katastrophenschutz stärken und moderne physische sowie digitale Sicherheitsstandards konsequent umsetzen.
Daseinsvorsorge / Wärmeplanung
Gemeinsame Infrastruktur- und Wärmeplanung mit zentraler Koordinierungsstelle; Schwerpunkt auf erneuerbaren Fern- und Nahwärmenetzen.

Integrierte Planung von Strom, Gas, Wärme und Wasser; gemeinsame Infrastrukturplattformen und koordinierte Investitionen.

Verbindliche Steuerungsrunde auch auf operativer Ebene; Bezirke stärken, Verfahren digitalisieren und standardisieren; perspektivisch ein One-Stop-Shop für Daseinsvorsorge.

Gemeinsame Infrastrukturplanung, aber keine „Zwangselektrifizierung“. Entscheidungen sollen Systemkosten, Versorgungssicherheit und Resilienz berücksichtigen.

Abgestimmte Geschäfts- und Investitionsstrategie, möglichst in öffentlicher Hand. Kontinuierliche Koordinierungsplattform und gemeinsame Planung von Netzen, Wärme, Tiefbau und Baustellen.
Gasnetz / Wasserstoff
Wasserstoff-Kernnetz vor allem für Großverbraucher und gegebenenfalls Quartierskraftwerke. Klimaneutrales Gas für einzelne Wohnungen nur begrenzt; Ausbau nach Bedarfsanalyse.

Das Gasnetz bleibt ein wichtiger Bestandteil. Schrittweiser H₂-Ready-Umbau dort, wo er technisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig ist; Fokus zunächst auf Industrie und Gewerbe.

Gezielter H₂-Umbau für Industrie und Gewerbe, wo Elektrifizierung kaum möglich ist. Nicht mehr benötigte Erdgasnetzabschnitte sollen schrittweise und sozialverträglich stillgelegt werden.

Das Gasnetz ist kein Auslaufmodell. H₂-Ready bei Verfügbarkeit, Nachfrage und Wirtschaftlichkeit; zusätzlich Biomethan und synthetische Gase als Optionen.

Wasserstoff vor allem für Industrie und Spitzenlasten, wenn direkte Elektrifizierung nicht möglich ist. Klarheit über H₂-Netzteile und geordnete Stilllegung anderer Abschnitte; Kommunalisierung der GASAG.
Ausbildung
Ausbildungsplatzumlage; außerdem Azubi-Werk, Azubi-Ticket sowie Umschulung und Weiterqualifizierung.

Duale Ausbildung stärken, Bürokratie abbauen sowie Förderprogramme und Kooperationen zwischen Land und Wirtschaft prüfen.

Solidarische Ausbildungsumlage zur Entlastung ausbildender Betriebe; gute Ausbildungsbedingungen und weniger Abbrüche; Azubiwerk mit bezahlbarem Wohnraum.

Berufsschulen und betriebliche Ausbildungsstätten stärken, Kooperationen ausbauen und Bürokratie abbauen. Eine zusätzliche Ausbildungsumlage wird abgelehnt.

Ausbildungsumlage mit vollständiger Kostenerstattung für Ausbildungsbetriebe; Verbundausbildung und Übergang von Schule in Ausbildung stärken; Anerkennung ausländischer Abschlüsse erleichtern.
Mitbestimmung
Betriebs- und Personalräte von Beginn an beteiligen; Tarifbindung, Beschäftigungssicherung und Qualifizierung stärken.

Beschäftigte und Interessenvertretungen frühzeitig und kontinuierlich einbinden; konstruktive Sozialpartnerschaft betonen.

Weitreichende Mitbestimmungs- und Initiativrechte; betriebliche und Unternehmensmitbestimmung stärken; Behinderung von Beschäftigtenvertretungen konsequent verfolgen.

Frühe Einbindung vor politischen Entscheidungen; regelmäßiger Praxisdialog sowie verbindlicher Praxis- und Folgencheck.

Beschäftigte und Interessenvertretungen verbindlich und frühzeitig in die Umsetzungsplanung einbeziehen. Bei einer Rekommunalisierung Mitbestimmungsrechte vollständig absichern.